«Ich möchte hier nicht mehr weg»

«Ich lebe schon seit 40 Jahren in der Telli und wir sind eine echte Gemeinschaft mit vielen langjährigen Mietparteien. Wenn jemand neu einzieht gibt es einen Begrüssungsapéro und manchmal laden wir einander zum Essen ein. Dann heisst es: Heute gibt es Spaghetti, wer will, kann kommen. Seit etwa 6 Jahren organisieren wir einen regelmässigen Wähentag. Ich mache dann die Wähe und manchmal essen bis zu 10 Leute mit. Wenn ich Zopf backe, dann mache ich immer gleich drei bis vier Stück und verteile sie unter den Nachbarn oben, unten und vis-à-vis.
Eine Baustelle ist meiner Meinung nach auch ein Erlebnis. Für mich war die Sanierung 2004 ein Abenteuer. Und irgendwann ist es wieder vorbei. Ich bleibe auf jeden Fall in meiner Wohnung, denn so etwas wie die Telli ist einmalig. Es leben so viele Leute hier und dennoch haben wir viel Grün und diese fantastische Weite um uns herum. Aber das Beste ist ja eigentlich der Ausblick: Wir erleben hier in der Telli die allerschönsten Sonnenuntergänge.»
 
Käthi Märki, langjährige Telli-Mieterin

«Die Bewohner*innen dürfen sich auf ihr frisch saniertes und ökologisch vorbildliches Zuhause freuen»

«Eine bewohnte Sanierung in dieser Grössenordnung stellt für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung dar. Die Planer und Unternehmer setzen alles daran, die Belastung für die Mieterschaft so gering wie möglich zu halten. Wir ergreifen Massnahmen um die Lärmemissionen zu verringern und versuchen gleichzeitig die Bauzeit auf ein Minimum zu reduzieren. Je mehr ich mich mit der Telli-Sanierung auseinandersetze, desto klarer wird mir, was für eine komplexe logistische Planung dieses gewaltige Projekt erfordert. Die bis ins letzte Detail durchdachten Abläufe sind sehr beeindruckend. Auch bezüglich des Zeitplans bin ich sehr optimistisch – die Bauarbeiten kommen trotz Corona gut voran. Die Bewohner*innen dürfen sich auf ihr frisch saniertes und ökologisch vorbildliches Zuhause freuen, denn die Telli ist ein sehr schöner Platz zum Leben.»

Tillmann Hohenacker, Projektentwickler AXA

«Mit der energetischen Sanierung sparen wir pro Jahr tausend Tonnen CO2»

Dass wir mit der energetischen Sanierung der Telli pro Jahr tausend Tonnen CO2 sparen, freut mich besonders. Das entspricht zum Beispiel 8000 Flügen von Zürich nach London oder mit dem Auto 768 mal um die Welt fahren, was ungemein viel ist. Nachhaltigkeit ist zwar in aller Munde, aber den Worten Taten folgen lassen gehört in der Immobilienbranche noch nicht zum Standard. Deshalb bin ich stolz, dass wir in der Telli umweltfreundlich und mit Rücksicht auf die Mieterschaft sanieren – auch aus der Überzeugung heraus, dass sich der Mehraufwand längerfristig mehr als lohnt.
Wir lassen die Sanierung der Telli mit dem SNBS-Label zertifizieren. Es gilt als vorbildlich, weil es ökologische, ökonomische und soziale Kriterien gleichermassen berücksichtigt. Der AXA ist es ein Anliegen, dass die Menschen vor Ort am Sanierungsprozess teilhaben. Transparente Informationen, ein offenen Ohr für individuelle Sorgen und ein kontinuierlicher Austausch sind dabei wichtig. Jeweils am Dienstag und Donnerstag steht den BewohnerInnen zum Beispiel das Tellicafé offen. Dort können sie Fragen stellen und Anliegen anbringen. Damit die Sanierung für die Betroffenen nicht nur eine Last ist, sondern auch Lust macht auf die Zukunft und auf die Telligemeinschaft, organisieren wir zudem immer wieder besondere Erlebnisse auf der Baustelle.

Valeria Bianco, Nachhaltigkeitsverantwortliche AXA

«Die Gemeinschaft macht die Telli einzigartig»

«Als ich 2018 die Stellenausschreibung für die Leitung des Gemeinschaftszentrums sah, googelte ich die Telli und sah die üblichen Bilder der «Staumauern», wie die Gebäudezeilen auch genannt werden. Zuerst kamen mir Gedanken, wie sie wohl viele Menschen beim Anblick solcher Gebäudekomplexe haben: Sie erinnern einen an Wohnbatterien der Pariser Banlieue. Kaum war ich da, machte meine Wahrnehmung eine Kehrtwende um 180-Grad. Auch heute noch staune ich immer wieder über die Vielfalt der Telli-Welt und über die Grosszügigkeit und Idylle der Aussenräume. Die Telli war ein visionäres Projekt, als vor 40 bis 50 Jahren gebaut wurde: Man schuf ein Quartier, in das auf einen Schlag rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Aarau einzog. Schon damals war klar, dass so etwas nur funktioniert, wenn gemeinschaftliche Strukturen geschaffen werden: ein Quartierverein, ein Gemeinschaftszentrum, Infrastrukturen, ein Quartierangebot. Ich wünsche mir, dass mit der Erneuerung eines markanten Teils der Telli-Gebäude dieser visionäre Geist neu auflebt. Denn es ist letztlich die Gemeinschaft, die diesen Ort so einzigartig macht.»

Andreas Feller, Leitung Gemeinschaftszentrum Telli

«Unser Ziel ist, die Bauzeit so angenehm als möglich zu gestalten»

«Wir sind für den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten zuständig. Unser Ziel ist, die Bauzeit für die Bewohnerschaft so angenehm als möglich zu gestalten. Die Telli-Sanierung ist für uns ein Leuchtturmprojekt. Sie zeigt, dass man Bestehendes zusammen mit der Bewohnerschaft sinnvoll weiterentwickeln kann. Wir möchten die Mieterinnen und Mieter mitnehmen und ihnen Gehör schenken. Sie sind schliesslich unser höchstes Gut: Es ist ihr Zuhause, das wir mit der Sanierung in die Zukunft führen.» 
 
Julian Kommer, Gesamtprojektleitung Baumanagement, Drees & Sommer Schweiz 
 
«Eine Baustelle ist immer mit Lärm und Dreck verbunden. Aber mit einer guten Planung kann man die Emissionen deutlich reduzieren. Wichtig ist auch, dass man sich im Alltag nicht in die Quere kommt. Es ist mühsam, wenn einem im Treppenhaus ständig schwer beladene Handwerker entgegenkommen. Darum machen wir unterschiedliche Zugänge zu den Häusern für die Bewohnerschaft und die Bauleute. Wir wollen auch die Lebensqualität im Freiraum erhalten und schaffen während der Bauzeit alternative Plätze und Treffpunkte. Eine Baustelle hat übrigens durchaus ihre reizvollen Seiten – das möchten wir erlebbar machen.»
 
Anke Lochner, Bauleiterin, Drees & Sommer Schweiz 

«Wir transportieren den Telli-Geist in die Zukunft»

«Die Sanierung der Telli ist ein unglaublich spannendes Projekt für einen Architekten wie mich. Die Telli ist ein ikonisches Bauwerk mit einer langen Geschichte, und die Dimensionen sind schlicht überwältigend. Uns ist wichtig, dass der Charakter der Siedlung auch nach der Sanierung erhalten bleibt. Wir wollen die Zeichen der Zeit korrigieren und die ursprünglichen Ideen und vielen Qualitäten der Telli wieder zutage fördern. Mit kleinen, feinfühligen Eingriffen transportieren wir das Gestern ins Morgen. Auch die Landschaft soll zurück zum Ursprung finden.»
 
Heiko Frodl, Architekt bei Meili, Peter & Partner

«Wir kümmern uns persönlich um die Anliegen der Mieterinnen und Mieter»

«Eine Sanierung ist für die Betroffenen mit Unannehmlichkeiten verbunden und löst viele Fragen und auch Ängste aus. Das wissen wir. Deshalb ist es uns wichtig, in den nächsten drei Jahren den persönlichen Austausch mit den Mieterinnen und Mietern zu pflegen und die Themen aufzunehmen, welche die Leute bewegen. Wir sind regelmässig im Tellicafé für die Leute da – mit einem offenen Ohr für alle Anliegen. Wir werden bei Bedarf auch Unterstützungsangebote organisieren, zum Beispiel wenn jemand nicht mobil ist und während des Liftausfalls etwa Einkaufshilfe oder eine individuelle Zwischenlösung braucht. Ausserdem möchten wir die Gemeinschaft in der Telli neu aufleben lassen. Zusammen werden wir mit den Bewohnerinnen und Bewohnern bereits während der Bauzeit im Aussenraum Zwischennutzungen und temporäre Angebote auf die Beine stellen, die den Tellipark hoffentlich auch über die Sanierungszeit hinaus neu beleben werden. Erste Ideen sind Gemeinschaftsgärtnern auf der Baubrache oder eine sommerliche EM-Bar, die wir aus Brettern und Baumaterial bauen, damit wir während der Fussball-Europameisterschaft gemeinsam vor einem grossen Bildschirm mitfiebern können.» 

Ivo Richner und Bastian Moser, Unterstützungsmassnahmen Mieterschaft und Zwischennutzungen, Itoba

«Die Grosszügigkeit und die Vielfalt machen die Telli-Anlage aus – und das soll auch so bleiben»

«Den Telli-Park muss man nicht neu erfinden: Er ist ein Gartendenkmal und spielte eine Vorreiterrolle, als er in den 1970er-Jahren vom prägenden Schweizer Landschaftsarchitekten Albert Zulauf entworfen wurde. Die weite Parklandschaft mit sanft hügeligen Grünflächen stand für ein neues Wohnkonzept: Weg von den Ein- oder Mehrfamilienhäusern mit Garten hin zu Grossbauten, die über grosszügige zusammenhängende Grünräume miteinander verbunden sind. Der Telli-Park ist bis heute ein einzigartiger Erholungsraum, der das Wohnen in der Überbauung zu etwas Besonderem macht. Mit der Neugestaltung soll die Innovationskraft des Parks wieder sichtbar werden und die Gemeinschaft neuen Schwung erhalten. Darum beziehen wir die Menschen, die hier wohnen, auch in die Planung mit ein. Wir wünschen uns, dass sich die Tellianer*innen, ob Kinder, Jugendliche, Familien oder Senioren, diese einzigartige Parklandschaft aneignen und sie mit Leben füllen.»

Rita Illien, Landschaftsarchitektin bei Müller Illien Landschaftsarchitekten

«Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Mieter noch komfortabler wohnen»

«Die Tellianer*innen dürfen sich künftig über noch mehr Lebensqualität freuen – nicht nur in den Wohnungen, sondern auch auf den grösseren Balkonen, im ganzen Haus, in der helleren Einstellhalle und im Aussenraum. Der grüne Park bleibt das Herzstück der Telli. Die AXA ist seit über 40 Jahren Eigentümerin der beiden Wohnblöcke B und C und investiert langfristig in Objekte. Uns ist wichtig, dass die Sanierung nur einen verträglichen Anstieg der Mietzinse zur Folge hat.»
 
Manuela Gnehm, Asset Managerin AXA

«Es ist uns sehr wichtig, den Charakter der Siedlung zu erhalten»

«Die Überbauung Telli ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen. Mit der Sanierung machen wir die Gebäude B und C fit für die Zukunft und energetisch nachhaltiger. Künftig werden wir so pro Jahr mindestens 1000 Tonnen CO2 einsparen – der Umwelt zuliebe. Wir werden die Gebäude dort verbessern, wo es sinnvoll und nötig ist. Dabei ist uns wichtig, die Belastung für die Bewohner in einem erträglichen Mass zu halten und den Charakter der Siedlung zu erhalten.»
 
Benjamin Bartmann, Projektentwickler AXA (bis Juli 2020)

Der Hans-Keller-Weg ist mir eine grosse Ehre

Wie eine aufmerksame Beobachtung aus dem 8. Stock der Delfterstrasse 33 zu einem neuen Weg durch die Telli-Baustelle führte.

Seit 30 Jahren wohnt Hans Keller an der Delfterstrasse 33, mitten im Telliquartier. Seit Februar 2020 blickt er von seinem Balkon aus nicht mehr auf das Grün der bekannten Telli-Parklandschaft, sondern direkt auf das Logistik-Zentrum der Grossbaustelle. Die Telli-Häuser B und C, mitsamt den dazugehörigen Tiefgaragen, werden in den nächsten Jahren energetisch saniert und zwar in bewohntem Zustand. Hans Keller nimmt es gelassen: «Wir brauchen wegen dem Baulärm schon ab und zu Nerven, aber ich finde das Geschehen auf der Baustelle hochinteressant.» Regelmässig verfolgt der aufgeweckte Pensionär aus dem 8. Stock interessiert das geschäftige Treiben am Boden. 
 
Ein Stolperer mit Folgen
An einem Frühlingstag beobachtet Hans Keller zufälligerweise, wie sich ein Kind auf dem Weg von der Telli C in Richtung Kindergarten den Fuss verstaucht. Dieser Abschnitt war bis dahin nur mit grobem Kies und Steinen belegt und nicht weiter befestigt. Dennoch herrscht hier reger Fussgängerverkehr und die Passage dient als Schulweg von vielen Kindern aus dem Quartier. Hans Keller meldet sich beim Tellicafé: «Ich habe mir gedacht, dieser Verbindungsweg müsste doch geteert werden – zur Sicherheit der Fussgänger*innen, die hier unterwegs sind.» Der Vorschlag gelangt via ITOBA an die Bauleitung, die sofort aktiv wird. 

Ein neuer Weg
Wenige Tage später staunt der aufmerksame Herr Keller nicht schlecht, als ein WALO-Team von 12 Personen beginnt, den Weg mit Teerbelag zu befestigen. Um sich persönlich bei allen Beteiligten zu bedanken, spendiert der Pensionär den Bauarbeitern gut gefüllte Spezial-Sandwiches zum Znüni. Dank Herr Keller können nun Fussgänger*innen auch mit Rollator, Einkaufswägeli oder Kinderwagen den Verbindungsweg zwischen Telli und Rütmattstrasse gehen. Um den guten Vorschlag zu würdigen, wird die Passage kurzerhand «Hans-Keller-Weg» getauft und beschriftet. Hans Keller freut sich sehr über die Geste: «Ich möchte mich bei allen Personen bedanken, die meinen Vorschlag so rasch umgesetzt haben. Der Hans-Keller-Weg ist mir eine grosse Ehre!»

Wir helfen einander – Erlebnisberichte aus der Telli-Nachbarschaftshilfe

Die intensive und lange Bauzeit während der energetischen Sanierung ist für die Bewohner*innen eine grosse Herausforderung. Und dann ist da auch noch das verflixte Corona-Virus. Besonders weniger mobile Tellianer*innen und Angehörige einer Risikogruppe benötigen zusätzliche Unterstützung zur Bewältigung ihres Alltags. Aber die aussergewöhnliche Situation hat gezeigt: Die Solidarität in der Telli ist gross und die Nachbarschaftshilfe funktioniert.

Im Februar 2020 sind im Telliquartier die Bagger aufgefahren und haben einen grossen Teil des Parks in eine mehrjährige Baustelle verwandelt. Die energetische Sanierung der beiden Häuser Telli B und C und der dazugehörigen Tiefgaragen dauert insgesamt rund drei Jahre. Kurz nach Baustart hat der Bundesrat wegen der Corona-Pandemie den Lockdown beschlossen und die Bevölkerung gebeten zuhause zu bleiben – zuhause mitten auf der Baustelle.
 
Lockdown auf der Baustelle
Die aussergewöhnliche Situation während dem Corona-Lockdown hat gezeigt: Die Solidarität in der Telli ist gross. Gleich nach dem Entschluss des Bundesrates wurde über die Internet-Plattform Crossiety, die für die Mieter*innen eingerichtet worden war, eine Nachbarschaftshilfe aufgebaut. Das Echo war überwältigend – innerhalb weniger Tage traten über 100 Tellianer*innen dem digitalen Team bei. Über die Internet-Plattform konnte vor allem den Bewohner*innen, die einer Risikogruppe angehören, schnell und unkompliziert geholfen werden. Junge Menschen kauften ein für Nachbarn, lieferten Essen vom Mahlzeitendienst des GZ Telli oder brachten Päckli auf die Post. Auch gegen die Isolation wurden Aktionen auf die Beine gestellt, etwa der Tellifon-Club: Kleine Gruppen von Mieter*innen riefen sich regelmässig an, fragten wie es geht und plauderten gegen die Einsamkeit.

«Telli Power Team»
Die Nachbarschaftshilfe bewährt sich auch nach dem Lockdown und mittlerweile zählt die digitale Gruppe Nachbarschaftshilfe auf der neuen App beUnity 150 Personen. Derzeit werden im Telli B die Treppenhäuser saniert, dabei fallen jeweils über mehrere Wochen die Lifte aus. Damit auch weniger mobile Bewohner*innen ihren Alltag ohne Lift meistern können, wurden «Telli Power Teams» zusammengestellt. Das sind jüngere Mieter*innen, die ihr Fitness-Training in die Treppenhäuser verlagern und für ihre Nachbar*innen Einkaufstaschen oder Waschkörbe in die Wohnungen hochtragen. Auch wenn jemand mal einen Fahrdienst braucht oder ein Möbelstück entsorgen möchte, melden sich in der digitalen Gruppe für Nachbarschaftshilfe jeweils innert Kürze motivierte Helferinnen und Helfer. Die folgenden Erlebnisberichte illustrieren, dass die Aktionen nicht nur eine grosse Hilfe, sondern für beide Seiten auch eine Bereicherung sind.





«Ich brauche zum Gehen zwei nordische Gehstöcke. Für eingeschränkte Mieterinnen wie mich ist die ganze Bauerei schon sehr umständlich. In unserem Haus fiel während sieben Wochen der Lift aus. Aber Frau Lea Estermann von Itoba hat uns zum Glück eine prima Hilfe organisiert: Zwei Sekundarschülerinnen haben uns die Wäsche über die Treppe vom 3. Stock hinunter- und nach dem Waschen wieder hochgetragen. Für den Einkauf konnten wir uns einmal pro Woche für einen «Lieferdienst» einschreiben. Immer am Freitag hat uns das Telli Power Team den Einkauf, den wir vorher selber besorgten und in einem extra dafür bereitgestellten Container deponierten, bis vor die Wohnungstüre gebracht. Das hat alles sehr gut geklappt und war wirklich sehr hilfreich. Übrigens haben uns sogar die Bauarbeiter, wenn sie dazu kamen, ihre Hilfe angeboten. Wir fühlten uns also bestens umsorgt.»

Brigitte Schaad







«Während des Lockdowns konnte ich weder Freunde treffen noch Biken gehen, also blieb mir neben der Arbeit viel Zeit übrig. Deshalb habe ich angefangen, mich für Nachbarn zu engagieren, die weniger mobil sind. Ich ging für ein älteres Paar einkaufen und brachte dessen Pakete zur Post. Bei der Übergabe plauderten wir jeweils ein wenig auf Distanz – ich streckte den Kopf aus der Lifttüre und mein „Auftraggeber“ stand an seiner Wohnungstüre. Auch wenn es jeweils nur ein paar Sätze waren – ein bisschen mehr nachbarschaftlicher Austausch tut allen gut.»

Timon Richner






«Ich finde es beeindruckend, wie schnell die Nachbarschaftshilfe für die Zeit der Sanierung aufgebaut worden ist und wie viele Leute vom Telli bei den verschiedenen Aktionen mitmachen und helfen! Ich bin selber 68 Jahre und ging während der Corona-Beschränkungen nicht mehr oft aus dem Haus – ausser zum Spazieren an der Aare. Meine sozialen Kontakte konnte ich nicht mehr pflegen wie vorher. Deshalb hat mich die Idee für den Tellifon-Club sofort überzeugt: Eine Gruppe von fünf Leuten tauschte sich regelmässig per Telefon aus. Frau Estermann von Itoba, die die Nachbarschaftshilfe organisiert, hat eine Art «Telefonalarm» aufgestellt, bei dem schlussendlich alle mit allen telefonieren. Es ist schön, wenn man dank solcher Initiativen auch in solch schwierigen Zeiten neue Leute kennenlernen kann. Die Telefongespräche wurden schnell mehr als nur ein «Grüezi»und «Wie geht’s?». Inzwischen konnte sich die Gruppe übrigens auch schon «in echt» treffen.»

Doris Hauser

«Ich war sehr gerne für unsere Mieter*innen da»

Patrizia Küpfer von Wincasa schlägt beruflich neue Wege ein. Über vier Jahre lang hat sie als Bewirtschafterin die Mieter*innen von Telli B und C betreut – und das Quartier dabei so richtig ins Herz geschlossen.

«Die Telli ist einzigartig. Wo sonst findet man fast alles für den Alltag vor Ort und spaziert dabei durch eine gepflegte Parkanlage – ob zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Schule? Ich war vier Jahre lang Bewirtschafterin von Telli B und C, hatte aber schon vorher einen Bezug zum Quartier: Ich bin in der Gegend aufgewachsen, wir kamen oft hierher zum «Posten». Als damals in der Telli der erste H&M von Aarau eröffnet wurde, fuhren wir natürlich sofort hin! Nun werden Telli B und C saniert und ich war mir von Anfang an bewusst, dass dies für die Mieterschaft eine Herausforderung sein würde. Darum war ich gerne regelmässig im Tellicafé vor Ort. Im persönlichen Gespräch konnten wir für die meisten Probleme gemeinsam eine Lösung finden und ich bekam ein Gespür für die Sorgen und Alltagsschwierigkeiten im Zusammenhang mit der Sanierung. Es hat mich auch jedes Mal gefreut, wenn ich den Mieter*innen ganz konkret behilflich sein konnte.

Der Abschied von «meiner» Telli fällt mir nicht leicht, aber nach rund 13 Jahren bei der Wincasa freue ich mich auf eine neue berufliche Herausforderung. Ich bedanke mich bei allen, die meine Telli-Zeit spannend gemacht und mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Wer weiss, vielleicht werde ich ja eines Tages ans Telli-Einweihungsfest eingeladen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.»

Patrizia Küpfer, Bewirtschafterin Wincasa (bis September 2020)

«Die Tiere aus dem Telli-Zoo freuen sich über Besuch»

Im Rahmen des ersten Informations-Anlasses zum Mitwirkungsprozess rund um die Gestaltung der Telli-Aussenräume wurde das Zoowärter-Paar Johanna und Heinrich Zimmermann offiziell verabschiedet. Alle Tiere aus dem Telli-Zoo haben ein neues Zuhause gefunden und dürfen auf dem Hof der Zimmermanns in Veltheim besucht werden.

An einem sonnigen Herbsttag, auf dem kleinen Vorplatz vor dem alten Zoogebäude, warten rund 20 Telli-Bewohner*innen gespannt auf den ersten Anlass zur Mitbestimmung der Umgebungsgestaltung. Die Itoba hat die gesamte Mieterschaft dazu eingeladen, neue Ideen für die künftige Nutzung der Telli-Aussenräume zu diskutieren. Gekommen sind auch Johanna und Heinrich Zimmermann: Das Zoowärter-Paar wird heute in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Mehr als 20 Jahre im Telli-Zoo
Seit 1997 war das Ehepaar verantwortlich für den Kleintierzoo in der Telli, der diesen Sommer geschlossen werden musste. Aus 328 Bewerbungen wurde Heinrich Zimmermann vor 23 Jahren ausgewählt, «den schönsten Job der Winterthurer Versicherungen» zu übernehmen. Unzählige Stunden hat das Zoowärter-Paar seitdem in der Telli verbracht und sich ums Tierwohl gekümmert. Johanna Zimmermann blättert im liebevoll beschrifteten Fotobuch, dass sie extra für die Tellianer*innen erstellt hat. «Damit alle sehen können, dass es den Tieren gut geht.»

Zoo-Schliessung im Frühling 2020
Mitte März dieses Jahres musste der Kleintierzoo wegen Corona geschlossen werden. Neben der Pandemie waren auch die Sanierung der Tiefgarage und der unvermeidliche Baustellen-Lärm ausschlaggebend dafür, dass die Tiere schon im Juni, anstatt wie ursprünglich geplant Ende Jahr 2020, umziehen mussten. Fast alle Tiere des Kleintierzoos sind nun auf dem Hof der Familie Zimmermann in Veltheim untergebracht. Nur für die Wellen- und Nymphensittiche musste ein neuer Platz gesucht werden. 
Ein neues Zuhause in Veltheim
Im ehemaligen Kuhstall auf dem Hof der Familie Zimmermann haben die Ziegen und Esel deutlich mehr Platz zur Verfügung als in der Telli. Ein neues Hühnerhaus konnte gebaut werden und für die Zwerggeissen wurde bei den Nachbarn ein Schopf leergeräumt. Es seien auch schon Telli-Bewohner*innen vorbeigekommen, weil sie die Tiere aus «ihrem Zoo» vermissten. «Tellianer*innen sind herzlich willkommen. Wir freuen uns über Besuch», sagen Johanna und Heinrich Zimmermann. Für das Zoowärter-Ehepaar ist die schöne Zeit in der Telli zu Ende und beide freuen sich auf einen ruhigeren Lebensrhythmus. Langeweile ist mit den vielen Tieren auf dem Hof nicht in Sicht.

Telliplattform beUnity - der digitale Infokanal

Wer wissen will, was auf der Baustelle gerade läuft, woher der Lärm im Treppenhaus stammt oder wann genau das Auto wieder in die Tiefgarage gestellt werden kann, findet die Antwort am schnellsten auf beUnity. Die beUnity-App ist eine digitale Plattform, mit der die Wincasa während der Sanierung die Mieterschaft informiert und über die sich die Mieter*innen auch untereinander austauschen können. Mit beUnity können die Bewohner*innen der einzelnen Häuser direkt angesprochen werden – so sind alle immer über die aktuellen Arbeiten in ihrem unmittelbaren Umfeld orientiert. Gleichzeitig ist die beUnity-App ein digitaler Treffpunkt für die Mieterschaft von Telli B und C. Angebote, etwa für Nachbarschaftshilfe, Tauschaktionen oder gemütliches Beisammensein, können hier platziert werden. 

Das Tellicafé - der Begegnungsort für alle

Jeden Dienstagnachmittag zwischen 15 und 18.30 Uhr und jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr ist das Tellicafé für alle Mieterinnen und Mieter offen. Es befindet sich im weissen Pavillon zwischen Telli B und Telli C. Man trinkt einen Kaffee oder einen Tee und kann gleichzeitig seine Anliegen, Fragen oder Ideen platzieren. Die Betreiber des Cafés – das Bewirtschafter-Team der Wincasa und das soziokulturelle Team von Itoba – freuen sich über Besuch. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf können Sie sich gerne auch telefonisch oder per Mail an Silvie Theus von Itoba wenden: 078 727 70 99, telli@itoba.ch

! Corona-Schutzmassnahmen ! 
In den Innenräumen des Tellicafé gilt eine Maskenpflicht und leider dürfen zurzeit keine Getränke ausgeschenkt werden.

Erlebnis Baustelle

Eine Baustelle ist viel mehr als Lärm und Staub – das gilt speziell für die Baustelle der energetischen Sanierung von Telli B und C. Ganz viele Menschen tragen dazu bei, dass die prägenden Gebäudezeilen für die Bewohnerinnen und Bewohner auch künftig ein Zuhause mit hoher Lebensqualität sind: Planerinnen und Architekten, Handwerker und Bauarbeiter, Logistiker und Bewirtschafterinnen, Landschaftsarchitektinnen und Gärtner. Wir möchten ihre Arbeit erlebbar machen und die Baustelle mit temporären Zwischennutzungen und Aktionen beleben: Im Raum stehen Ideen wie Urban Gardening, ein Baustellenspielplatz, Baustellenführungen oder eine Bauwandaktion. Wir möchten diese gemeinsam mit Ihnen auf die Beine stellen. Falls Sie Inputs haben oder Lust, sich zu engagieren, melden Sie unter telli@wincasa.ch oder besuchen Sie uns im Tellibüro.